Unsere Etikette

Lieber Karateka,


Du wirst bald merken in welcher Art und Weise Karate Dir helfen kann. Abgesehen davon, dass es in seiner Ursprünglichkeit eine tödliche Art der
Selbstverteidigung ist, wird es deinem Körper und Geist, Kraft und Ausgeglichenheit geben. Wie du sehen wirst, ist der Unterricht außerordentlich diszipliniert und ernst.

 

Der Trainer ermahnt dich ununterbrochen, dich mehr anzustrengen, dich genauer zu konzentrieren und immer wachsam zu sein. Wenn du ein wenig darüber nachdenkst, wirst du bald selbst zu der Einsicht gelangen, dass diese Disziplin, dieses harte Training und die manchmal erniedrigende Aufgabe des “Herumspringens“ im Dojo, sehr wichtige Bestandteile deiner körperlichen und geistigen Vorbereitung zum wachsamen und tüchtigen Karate-Kämpfer sind, welcher jegliches Problem instinktiv und richtig zu lösen vermag.


Das Endziel im Karate ist die eigene Perfektion – in jeder Hinsicht!


Deswegen erwartet der Trainer von Dir diese feine Perfektion und Genauigkeit bei der Ausführung all deiner Techniken. Dadurch werden dein Geist und dein Körper
trainiert und deine Konzentrationsfähigkeit wird in so einem Maße entwickelt, dass du in der Lage sein wirst alles, außer der vorliegenden Aufgabe, aus deinem Bewusstsein zu bannen.


Diese Art der Konzentration, oder Focus, wie wir es nennen, hat Männer und Frauen auf akademischen wie auf sportlichem Gebiet zum Erfolg gebracht.
Indem du ständig auf dem rechten Karateweg bleibst, kannst auch du dich so zum besten ändern, wie du es vorher nie für möglich gehalten hättest. Dieses kostet jedoch Zeit und Opferbereitschaft. Du musst dich völlig in den kühnen Geist des Dojos einleben und auf die fünf Grundsätze im Karate
hinarbeiten:

 

Gichin Funakoshi, der Begründer des Shotokan-Karate

Hitotsu! Jinkaku kansei ni tsutomuru koto!
(Charakter)
Hitotsu! Makoto no michi o mamoru koto!
(Ehrlichkeit)
Hitotsu! Doryoku no seishin o yashinau koto!
(Geisteskraft)
Hitotsu! Reigi o omonzuru koto!
(Respekt)
Hitotsu! Kekki no yu o imashimuru koto!
(Selbstkontrolle)
Gichin

Wenn du am wenigsten dazu aufgelegt bist zum Training zu gehen, weil es vielleicht regnet oder kalt ist oder weil du einfach keine Lust hast, dann ist es am wichtigsten sich aufzuraffen. Dann ist es ein persönlicher Sieg über deine eigenen Schwächen!
Indem du diese kleinen Schwächen überwindest, lernst du später die größeren zu meistern, und insgesamt stärker zu werden.


Probiere es aus, du wirst es erfahren!


Zeige Geistesstärke im Dojo, besonders wenn du müde bist. Auch wenn von dir etwas verlangt wird, das unnötig oder gar unmöglich erscheint – bringe noch mehr innere Kraft auf. Schreie laut unseren Kampfschrei – den Kiai – aus und schwitze richtig mit deinen anderen Karate–Kollegen, und du wirst bald die Kraft, die Freundschaft und die geistige Ausgeglichenheit der Karatekunst entdecken.

Leitspruch der „Japan Karate Association“ (JKA)

“Oberstes Ziel in der Kunst des
Karate ist nicht Sieg oder
Niederlage.


Der wahre Karate–Kämpfer
erstrebt die Vervollkommnung
seines Charakters.“

Verhaltensregeln im Karate Dojo Melle


1. Sei pünktlich beim Training und nimm regelmäßig daran teil.


2. Achte auf die Sauberkeit vor der Trainingshalle, in der Umkleidekabine und im Dojo.


3. Betrete das Dojo nur mit sauberen Füßen und mit sauberem Gi (Hygiene).


4. Finger – und Fußnägel sollten kurz geschnitten sein, um Verletzungen zu vermeiden.


5. Uhren, Ringe, Ketten und weiterer Schmuck sind vor dem Training abzulegen.


6. Wer später kommt oder früher gehen muss, meldet sich beim Trainer an bzw. ab. Während des Trainings darf das Dojo nur mit Erlaubnis des Trainers verlassen werden.


7. Beim Betreten und beim Verlassen des Dojos, wird sich beim Eingang schweigend oder mit dem Gruß „Oss“ kurz verbeugt.


8. Das „Spielen“ an Toren, Kletterstangen, Mattenwagen und anderen Geräten ist verboten!


9. Das Training beginnt mit dem Angrüßen vor dem Trainer und endet mit dem Abgrüßen.


10. Während des Trainings ist dem Trainer und allen anderen Anwesenden angemessener Respekt zu zeigen.


11. Beim Partnertraining muss der Übungspartner gefordert werden, aber er darf nicht verletzt werden.


12. Während des Trainings nicht sprechen, sondern sich voll auf die Übungen konzentrieren. Das gilt auch für kurze Pausen während des Trainings. Pausen dienen dazu, sich zu sammeln und sich auf das weitere Training vorzubereiten.


13. Beim Training gibt es keine „großen Erklärungen“ dem Trainer gegenüber, kein „ja aber ... oder ich sehe das aber so ...“ .


14. Die Zuschauer verhalten sich leise und sprechen nicht.


Paul Fedtke, Cheftrainer Karate Dojo Melle